Kranke Arbeitnehmr müssen eine lückenlose Krankschreibung vorweisen.
Wer längere Zeit krank ist, sollte auch an die Lohnfortzahlung denken. © Dragana Gordic / shutterstock.com

Schleswig-Holsteinische Rechtsanwaltskammer. Kranke Arbeitnehmer müssen für eine lückenlose Krankschreibung sorgen. Ansonsten riskieren sie ihren Anspruch auf Krankengeld. Hier erfahren Arbeitnehmer, worauf sie bei der Krankschreibung achten müssen.

Sind Arbeitnehmer über einen längeren Zeitraum krankgeschrieben , zahlt der Arbeitgeber die Lohnkosten nach der sechsten Woche nicht mehr. Statt der Lohnkosten vom Arbeitgeber erhält der Mitarbeiter dann aber von der Krankenkasse Krankengeld.

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Arbeitsunfähigkeit: Rückwirkend gilt nicht

Der Anspruch auf Krankengeld setzt voraus, dass der Arzt eine lückenlose Arbeitsunfähigkeit bescheinigt. Laut der Arbeitsunfähigkeitsrichtlinien, nach denen sich auch Vertragsärzte richten müssen, darf die Arbeitsunfähigkeit jedoch nicht rückwirkend bescheinigt werden. Besteht eine Dienstunfähigkeit auch an Samstagen und Sonntagen sowie an Feiertagen, muss der Patient zusätzlich für diesen Zeitraum krankgeschrieben sein. Um eine Folgebescheinigung zu erhalten, ist der Betroffene verpflichtet, am letzten Tag seiner Arbeitsunfähigkeit erneut einen Arzt aufzusuchen.

Hausarztpraxen sind an Feiertagen zwar in der Regel geschlossen. Dieser Umstand genügt aber nicht als Begründung für eine lückenhafte Krankschreibung. In solchen Fällen müssen sich Betroffene an einen anderen Arzt oder an die Notfallambulanz eines Krankenhauses wenden.

Krankschreibung: Patient ist verantwortlich

Die Rechtfertigung des Patienten, die strengen Voraussetzungen nicht gekannt oder ein Versäumnis des Arztes, den Patienten nicht pflichtgemäß krankgeschrieben zu haben, lassen die Krankenkassen unter Hinweis auf die ständige Rechtsprechung des Bundessozialgerichts nicht gelten. Nur extreme Ausnahmetatbestände wie geistige Verwirrtheit entschuldigen den Patienten. Generell muss der Versicherte selbst für eine lückenlose Krankschreibung sorgen. Eine nachträgliche Krankschreibung ist nicht rechtmäßig. Fehlt die Bescheinigung durch den Arzt, kann gegebenenfalls eine Abmahnung folgen.

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Redaktion: www.azetpr.com

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