Wer kifft, riskiert den Führerschein

Das Autofahren unter Cannabiseinwirkung ist eine Ordnungswidrigkeit.
Das in Cannabis enthaltene THC lässt sich lange im Körper
nachweisen. © shutterstock.com_guruXOX

Schleswig-Holsteinische Rechtsanwaltskammer. Der Konsum von Cannabis ist in Deutschland kein Randphänomen mehr. Dennoch sollten Konsumenten sich darüber im Klaren sein, dass ihre Handlungen juristische Konsequenzen haben können. Das gilt besonders für die Teilnahme am Straßenverkehr unter Drogeneinfluss.

Harte Strafen zu befürchten

Das Autofahren unter Cannabiseinwirkung ist nach § 24a StVG eine Ordnungswidrigkeit. Wird ein Autofahrer beim Fahren unter Cannabiseinfluss erwischt, droht neben einem Bußgeld von 500 Euro auch ein einmonatiges Fahrverbot. Darüber hinaus kann die Führerscheinstelle die Fahrerlaubnis einziehen. Der Fahrer muss dann sechs Monate warten, bevor er eine Neuerteilung der Fahrerlaubnis beantragen kann.

Nachweis lange möglich

Cannabis-Konsumenten sollten auch beachten, dass sich der Cannabis-Konsum viele Tage später noch nachweisen lässt. Der psychoaktive Stoff im Cannabis, das THC, sowie dessen Abbauprodukte können im Blut und im Urin nachgewiesen werden. Durch eine Analyse der Abbauprodukte kann außerdem die Regelmäßigkeit des Konsums ermittelt werden. Liegt ein regelmäßiger Konsum vor, ist mit einem sicheren Entzug der Fahrerlaubnis zu rechnen.

Anwalt einschalten

Da der Zeitpunkt des Konsums und dessen Regelmäßigkeit präzise bestimmbar sind, sollten Cannabis-Konsumenten in Polizeikontrollen auf Ausreden oder Rechtfertigungen verzichten. Diese sind nicht nur leicht widerlegbar, sondern belasten den Betroffen unter Umständen. Stattdessen sollte sich der Konsument vor jeglicher Äußerung gegenüber der Polizei anwaltlichen Rat einholen.

MPU beim ersten Verstoß

Neben den zu erwartenden Strafen muss sich ein auffällig gewordener Autofahrer auch auf die Anordnung einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung gefasst machen. Diese kann die Verwaltungsbehörde schon beim ersten Verstoß verlangen. Zurzeit streiten die Gerichte darüber, ob für die Anordnung einer MPU nicht mindestens zwei Verstöße vorliegen müssen.

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Redaktion: www.azetpr.com

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