Win-win-Situationen schaffen für Chef und Mitarbeiter – Live-Mediation mit Anwaltsmediatoren

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Schleswig-Holsteinische Rechtsanwaltskammer. Unter dem Titel „Mediation im Arbeits- und Wirtschaftsrecht: Geschäftsbeziehungen nicht gefährden“ informieren drei Anwaltsmediatoren am 15.10.2015 im Haus des Sports, Hans-Hansen-Saal, Winterbeker Weg 49 in Kiel von 18:00 bis ca. 20:00 Uhr interessierte Bürger zur außergerichtlichen Einigung bei Konflikten. Rechtsanwalt sowie Familien- und Wirtschaftsmediator Oliver Babener, Rechtsanwalt und Notar, Fachanwalt für Arbeitsrecht sowie Wirtschaftsmediator Andreas Kolberg und Rechtsanwalt und Wirtschaftsmediator Hans-Eckhard von der Mosel stellen in Kurzvorträgen das Mediationsverfahren vor. Auch spannende Live-Mediationen erwarten die Teilnehmer. Anschließend stellen sich die Experten den Fragen der Verbraucher.

Außergerichtliche Konfliktlösungsmodelle wie Mediation haben sich in den USA als Alternative gegenüber gerichtlichen Auseinandersetzungen längst durchgesetzt. Auch bei uns sind sie im Kommen. So werden Mediationsverfahren zum Beispiel erfolgreich im öffentlichen Baurecht bei Großprojekten wie Flughafenerweiterungen eingesetzt, um jahrelange Auseinandersetzungen mit Bürgerinitiativen zu vermeiden. Auch zwischen Geschäftspartnern werden Mediationsverfahren üblicher, wenn es um Streitigkeiten zwischen Dienstleistern oder Lieferanten und ihren Kunden geht oder um Konflikte innerhalb der Unternehmen, wie Probleme bei der Unternehmensnachfolge oder arbeitsrechtliche Konflikte.

Ziel einer Mediation ist zunächst, mit den Teilnehmern eine faire Lösung ihres Konflikts zu erarbeiten. Der Mediator als der neutrale Dritte leitet das Gespräch und hält die Beteiligten dazu an, selbstverantwortlich Ideen für eine Lösung zu entwickeln. Dabei achtet der Mediator darauf, dass nur faire und rechtlich zulässige Lösungen angebahnt werden.

Ein Fall dazu: In einem Pharma-Konzern soll infolge von Umstrukturierungsmaßnahmen eine Abteilung geschlossen werden, in der der 60 Jahre alte Herr M leitend tätig ist. M ist Betriebsratsmitglied und deshalb unkündbar. Das Unternehmen möchte anstelle des M den 40-jährigen Herrn G, der vierfacher Familienvater ist, in der neuen Abteilung einsetzen. Wenn mit M keine Lösung gefunden wird, muss G gekündigt werden, was zu erheblichem Unmut im Betrieb gegenüber M führen wird.

Auf Vorschlag der Betriebsratsvorsitzenden wird eine Mediation bei einem anwaltlichen Wirtschaftsmediator durchgeführt.

Im gemeinsamen Gespräch und später in Einzelgesprächen werden die hinter den widerstreitenden Positionen liegenden Interessen der Parteien heraus gearbeitet: Das Unternehmen will M auf keinen Fall weiter beschäftigen, ihn aber auch nicht gegen Freistellung zu 100 Prozent weiter bezahlen müssen, M will bis zum Erreichen des Rentenalters keinesfalls finanziell schlechter dastehen, er besteht aber nicht darauf, bis zur Altersgrenze von 65 Jahren tatsächlich auch zu arbeiten.

Die Verhandlungen, an denen auch die Anwälte der Konfliktparteien teilnehmen, konzentrieren sich somit auf die Höhe der Abfindung für M – beide Seiten hatten gewisse Spielräume signalisiert. Als Lösung wird die Vereinbarung eines Altersteilzeit-Arbeitsverhältnisses entwickelt, aufgrund dessen M noch eine Weile im Unternehmen verbleibt und ihm bis zur Rente 85 Prozent seines Nettoeinkommens garantiert werden; seine Betriebsratstätigkeit legt er nieder.

Wer einen Mediator sucht, wird auf viele Rechtsanwälte treffen, die diese Dienstleistung anbieten, da vorgerichtliche Vergleichsverhandlungen das Kerngebiet anwaltlicher Tätigkeit in allen Rechtsgebieten darstellen und wirtschaftsrechtliche Konflikte ohne Kenntnis des Rechts und ohne das Wissen um den voraussichtlichen Verlauf des drohenden Gerichtsprozesses nicht gelöst werden können.

Anwaltsmediatoren müssen über eine Zusatzausbildung verfügen, die die Regeln des Mediationsverfahrens sowie das psychologische Handwerkszeug für die Gesprächsführung vermittelt. Ziel jeder Mediation ist es, dass die Interessen beider Seiten in den Lösungsfindungsprozess einbezogen werden, da nur so eine “Win-win-Situation” geschaffen werden kann. Es wird somit vermieden, dass – wie im Gerichtsverfahren – nur eine Partei gewinnen kann und die andere zwangsläufig verlieren muss.

Eine Mediation bietet sich vor allem dann an, wenn die Konfliktparteien in einer noch länger dauernden Beziehung zueinander stehen, deren Basis durch die Fortsetzung des Konflikts, der Machtprobe um Gewinnen und Verlieren, zerstört werden würde.

Das Mediationsverfahren bietet die Vorteile, dass es schneller und im Gegensatz zur öffentlichen Verhandlung bei Gericht im vertraulichen Rahmen durchgeführt wird und dennoch am Ende eine rechtsverbindliche und, soweit erforderlich, auch vollstreckbare Vereinbarung steht.

Anwälte, die auch Mediatoren sind, nennt auf Anfrage in der Zeit von 9 bis 12 Uhr die Schleswig-Holsteinische Rechtsanwalts­kammer unter der Telefonnummer 04621/9391-11 oder der Anwaltsuchdienst im Internet: www.rak-sh.de.

Rechtsanwälte sind unabhängige Berater in allen Rechtsangelegenheiten. Sie vertreten ausschließlich die Interessen ihrer Mandanten, helfen bei der Durchsetzung oder Abwehr von Ansprüchen und erarbeiten wirtschaftlich vernünftige Lösungen. Der Anwalt und seine Mitarbeiter sind zur strikten Verschwiegenheit verpflichtet und dürfen auf keinen Fall das Vertrauen der Mandanten durch die Wahrnehmung widerstreitender Interessen enttäuschen.

Besuchen Sie auch die Facebook-Seite der Schleswig-Holsteinischen Rechtsanwaltskammer: www.facebook.com/SH.Rechtsanwaltskammer.

Redaktion: www.azetpr.com

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