Parkschäden: Wegfahren ist Fahrerflucht

Es genügt nicht, nach einem Parkrempler nur einen Zettel an der Windschutzscheibe zu hinterlassen.
Wer ein parkendes Auto anfährt, muss auf den Besitzer warten
oder die Polizei informieren © Nikom Maelao_shutterstock.com

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Schleswig-Holsteinische Rechtsanwaltskammer. Beim Ausparken und Rangieren touchieren Autofahrer immer wieder andere Autos oder Gegenstände. Manchmal entsteht vermeintlich kein oder nur ein kleiner Schaden. Dann hinterlassen viele Verursacher von Parkschäden lediglich einen Zettel unter dem Scheibenwischer. Die meisten schätzen dieses Vorgehen fälschlicherweise nicht als Fahrerflucht ein.

Was tun?

Geschieht ein Unfall, ohne dass der andere Beteiligte vor Ort ist, muss der Unfallverursacher am Unfallort auf den Besitzer des geschädigten Autos warten. Je nach Unfallfolge sollte die Wartezeit mindestens 30 bis 90 Minuten betragen. Taucht der Geschädigte innerhalb dieser Zeit nicht auf, muss der Fahrer umgehend die Polizei über den Unfall informieren. Dabei sollte er, wenn möglich, am Unfallort bleiben. Ist das jedoch nicht möglich, muss er die Polizei nach dem Verlassen des Unfallortes so schnell es geht informieren.

Harte Strafen drohen

Hält sich ein Autofahrer nicht an diese Regeln, begeht er nämlich Unfallflucht. Als Konsequenz droht je nach Schwere des Unfalls eine Geld- oder gar eine Freiheitstrafe. Entsteht ein Sachschaden von über 1300 Euro, ist ein Gericht folgerichtig zudem in der Regel gehalten, dem Fahrer die Fahrerlaubnis zu entziehen. Für deren Neuerteilung gilt dann eine Sperre von sechs Monaten bis fünf Jahren. In Extremfällen kann sie auch für immer gelten.

Forderungen durch Versicherung

Darüber hinaus besteht neben den strafrechtlichen Konsequenzen auch ein Rückforderungsanspruch der Haftpflichtversicherung, wenn diese den Schaden reguliert. Daher kann die Versicherung, nachdem sie den Schaden am anderen Fahrzeug begleicht, den entsprechenden Betrag vom Unfallverursacher zurückfordern.

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Redaktion: www.azetpr.com

 

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