Datenschutz heißt auch aktiver Selbstschutz

 shutterstock_399982015
© Andrey Popov_shutterstock.com

Anwaltssuche Rheinland-Pfalz
Anwaltssuche Schleswig-Holstein

Rechtsanwaltskammer Koblenz. Inzwischen wird eine beträchtliche Anzahl an Informationen digital verarbeitet. Dadurch wird die Kombination, Übermittlung und Speicherung von Daten enorm erleichtert. Digitale Datenverarbeitung heißt aber leider auch, dass die Privatsphäre des Verbrauchers – oft ohne sein Wissen – verletzt wird. Das Recht des Bürgers, über seine Daten selbst zu bestimmen, gewinnt daher immer mehr an Bedeutung. Zwar wird die Einhaltung des Datenschutzes von den Datenschutzbehörden kontrolliert, doch häufig müssen Verbraucher selbst aktiv werden.

Um dieses im Grundgesetz verankerte Recht aktiv zu schützen, steht dem Einzelnen eine Reihe von Rechten zu, darunter das Auskunftsrecht.

Gegenüber öffentlichen Stellen, wie Behörden, und nicht-öffentlichen Stellen, wie Unternehmen und Verbänden, hat der Verbraucher das Recht auf Auskunft darüber, zu welchem Zweck Informationen über ihn gespeichtert werden, woher diese stammen und an welche Stellen sie übermittelt werden. Besteht ein Geheimhaltungs- oder Geschäftgeheimnis oder wird die öffentliche Sicherheit gefährdet, kann die entsprechende Stelle den Auskunftsanspruch einschränken.

Jede Stelle, die ohne Kenntnis eines Betroffenen Daten erhoben hat, speichern oder verarbeiten möchte, muss ihn darüber benachrichtigen. Sind die gespeicherten Informationen unrichtig, besteht ein Berichtigungsanspruch. Wenn der Zweck der Speicherung wegfällt oder wenn die Speicherung unzulässig ist, haben Betroffene auch das Recht, ihre Daten zu löschen. Kann eine nicht-öffentliche Stelle bei besonders sensiblen Daten, wie rassischer oder ethnischer Herkunft oder philosophischer Überzeugung die Richtigkeit nicht nachweisen, müssen auch dann die Daten gelöscht werden.

Anstelle von Berichtigung und Löschung können Daten von Betroffen ausnahmsweise auch gesperrt werden. Diese sind immer dann zu sperren, wenn einer vorgeschriebenen Löschung besondere Gründe entgegenstehen und der Zweck für die Speicherung entfällt, aber zum steuerlichen Nachweis noch länger gespeichert werden müssen. Gesperrte Daten werden gekennzeichnet und dürfen nur noch sehr eingeschränkt weiter verwendet werden.

Für Werbung und Adresshandel dürfen persönliche Daten nur mit Einwilligung des Betroffenen verarbeitet und genutzt werden. Ohne Einwilligung ist die Verwendung bestimmter personenbezogener Daten, wie Name, Anschrift und Geburtsjahr nur ohne Einwilligung erlaubt, solange der Betroffene nicht widerspricht oder sonstige schutzwürdige Interessen der Werbenutzung entgegenstehen.

Wird gegen die Datenschutzbestimmungen verstoßen, kann der Betroffene bei der verantwortlichen Stelle gegen die unzulässige oder unrichtige Verarbeitung seiner Daten Schadensanspruch geltend machen. Bei schwerer Persönlichkeitsverletzung besteht auch ein Schmerzensgeldanspruch. Die Stelle muss beweisen, dass sie den Schaden nicht verursacht hat. Öffentliche Stellen können auch ohne Verschulden mit bis zu 130.000 Euro haften.

Im Zweifelsfall sollten Betroffene einen Anwalt aufsuchen. Fachanwälte und Anwälte, die sich auf bestimmte Rechtsgebiete spezialisiert haben, nennt Ihnen auf Anfrage die Rechtsanwaltskammer Koblenz unter der Telefonnummer 0261/30335-55 oder der Anwaltsuchdienst im Internet: www.rakko.de.

Die Rechtsanwaltskammer Koblenz vertritt die Rechts­anwälte der Landgerichtsbezirke Bad Kreuz­nach, Koblenz, Mainz und Trier.

Rechtsanwälte schützen als unabhängige Berater und Vertreter in allen Rechtsangelegenheiten ihre Mandanten vor Rechtsverlusten und begleiten sie rechtsgestaltend, konfliktvermeidend und streitschlichtend. Sie bewahren ihre Mandanten vor Fehlentscheidungen durch Gerichte und Behörden und sichern die Mandanten vor verfassungswidrigen Beeinträchtigungen und vor staatlicher Machtüberschreitung.

Rechtsanwälte haben strenge berufsrechtliche Regelungen zu beachten wie z.B. die Verschwiegenheitsverpflichtung. Sie dürfen das Vertrauen der Mandanten nicht durch die Wahrnehmung widerstreitender Interessen enttäuschen.

Redaktion: www.azetpr.com

Dieser Beitrag wurde unter Datenschutz abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.